So platt diese Binsenweisheit klingt, so häufig nehme ich in diesem Bereich den Kern vieler Herausforderungen wahr.
In vielen Projekten und Maßnahmen geht es im Grundsatz immer um einen Veränderungsprozess im Unternehmen. Neben dem technischen Change, sei es ein IT-Einführungsprojekt, eine neue Portallösung oder auch ein Workforce-Management-System, geht es immer und unvermeidlich auch um einen organisatorischen Teil.
Der organisatorische Teil hat häufig den Fokus auf Prozessen. Prozessmanagement ist immer auch Organisationsmanagement: Es wird im Unternehmen neu ausgehandelt, welcher Fachbereich/welche Abteilung mit welchen Menschen verantwortlich für die verschiedenen Prozessketten ist.
Ich habe den Eindruck, dass es manchen Führungskräften unangenehm ist, wenn die Abteilung X einen Prozess nicht oder nicht vollständig übernehmen kann, weil dort die „Kompetenzen“ – sprich qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – fehlen.
Es ist aus meiner Sicht nicht nur völlig normal, sondern von zentraler Bedeutung, dass Prozessmanagement und jeden Veränderungsprozess anhand der vorhandenen Kompetenzen und Ressourcen weiter zu entwickeln.
Dies gilt auch für das Business Process Outsourcing (BPO). Es wird in einigen Veränderungsprozessen diskutiert, dass BPO eine Lösung für unzureichende eigene Kompetenzen und Ressourcen sein kann. Aber auch ein BPO-Dienstleister muss fachlich gesteuert werden, so dass BPO zwar den Ressourcenbedarf extern decken kann, die Prozesskompetenz sollte man – zumindest rudimentär – im eignen Unternehmen bewahren.